Deleg Rabten
Ausgabe Nr. 10 · April 2007
„Beständiger Segen“, das Buddhistische Studienzentrum in Grinzens
Schon vor etlichen Jahren reizte es mich, dem buddhistischen Zentrum einen Besuch abzustatten. Damals sah ich tibetische Mönche in ihren roten Gewändern im Winter mit der Rodel. Aber erst vor kurzem fasste ich dann den Entschluss, den Weg dieser Gruppe kennen lernen zu wollen. Ich machte mich auf der Homepage kundig und schrieb ein e-mail an ihre Kontaktadresse:
Ich lebe nun schon seit einigen Jahren in Grinzens und möchte gerne euren „Weg“ kennen lernen. Sind diese Mittwochmeditationen „öffentlich“ oder wie kommt man zu einer Einladung in euer Zentrum?
Die schnelle und unkomplizierte Antwort war: „einfach kommen!“
Also machten wir uns eines Mittwochs auf den Weg in die Neder 16 …..
Keine Glocken läuten, kein Muezzin ruft zum Gebet – eine Gruppe am tibetischem Buddhismus Interessierter aus der Umgebung von Innsbruck trifft sich seit 1999 jeden Mittwoch zu einem Meditationsabend und zu Wochenendkursen mit Meistern aus der Gelug-Tradition des tibetischen Buddhismus.
Die Struktur der Abende ist:
18.30 – 20.00 Uhr: Anhören von Tonbandkassetten (Unterweisungen) die ins Deutsche übersetzt werden
oder lesen von Niederschriften von Dharmabelehrungen.
20.00 – ca. 22.00 Uhr Meditation.
Wir kommen in den Eingang, ziehen unsere Mäntel aus und werden freundlich begrüßt. Es wäre heute nur eine kleine Runde, da einige Mitglieder anderen Verpflichtungen nachzukommen hätten. Wir sehen uns in dem großen und architektonisch schön gestalteten Tempelraum um. Es herrscht eine feierliche Stimmung.
Nun setzen wir uns und lauschen den Tonbandaufzeichnungen, die in die Lehre des Buddhismus einführen und zu ihr hinführen. Es sind sehr dichte „Unterweisungen“, die beim einmaligen Anhören im Augenblick begreifbar sind, aber die sicherlich immer wieder gehört werden müssen, um sie zu verinnerlichen. Die 1 1/2 Stunden vergehen sehr schnell.
Dann folgt der Meditationsteil. Wir setzen uns zu den Gebetstischchen, bekommen tibetische Gebetstafeln bei denen auf der linken Seite die Gebete in tibetischer Sprache und rechts auf Deutsch stehen. Eine Meditationsleiterin beginnt – gemeinsam werden die Gebete mitgesprochen. (Heute in Deutsch – wohl wegen unseres Besuches). Um 21.45 Uhr sind die Gebete und die Meditation zu Ende. Danach werden uns noch die Bilder der verschiedensten Meister erklärt – darunter auch der 14. Dalai Lama. Die Spiritualität scheint mir ein sehr wichtiger Teil in der Entwicklung von uns Menschen zu sein, um zu höherem
Bewusstsein zu gelangen. Menschen, gleich welchen Glaubensbekenntnisses, die sich auf den Weg der Erkenntnis und Erfahrung des Göttlichen begeben, können erkennen: „Es ist die eine und einzige göttliche Wahrheit, die sich in der Vielfalt der heiligen Schriften der einzelnen Religionen zeigt“. Auf einer tieferen Ebene gibt es eine Einheit -die unterschiedlichen Töne der jeweiligen Religionen ergeben zusammen die vollständige
Melodie.
Die friedliche Koexistenz, dass diese spirituelle Vielfalt nebeneinander in unserem Dorf Platz hat und als
Bereicherung erlebt wird, empfinde ich zutiefst beglückend.


— Richard Bergant · 09. Nov. 07, 16:49 · #
Sehr geehrte Redaktion,
habe ihren wirklich sehr freundlichen, positiven Artikel über unser Zentrum gelesen und möchte sie bitten, ob wir ihn kopieren und auf unserer Homepage unter “…was andere sagen”, hineinnehmen dürfen.
www.rabten.eu
Sie sind natürlich jederzeit wieder herzlich willkommen!
Mit freundlichen Grüßen
Richard Bergant
— Redaktion · 09. Nov. 07, 20:04 · #
Vielen Dank für Ihr Lob. Bitte kopieren Sie den Artikel und nehmen Sie ihn in Ihre Seiten auf.