Editorial

· September 2007

Titelseite Nr.11Unter dem Titel TirolerFreiheit wurde uns in diesem Sommer vor Augen geführt, welch unglaubliche Leistungen die Freiheit von Zwang und Obrigkeit möglich macht. Aber noch mehr als die Leistung, die ja kein Selbstzweck ist, wiegt die Lebensfreude, die so vielen von uns aus der „TirolerFreiheit“ erwuchs. Das Stück und seine Inszenierung sind wahrlich ein Geschenk! Zu wie viel Reflexion mag es Anlass gewesen sein.

Neben dem Schauspiel der Menschen hat auch ein gemächliches aber monströses Schauspiel der unbelebten Natur, das sich direkt vor unseren Nasen abspielt, seinen Platz in diesem Heft: Notburga Kapferer und Jörg Henzinger öffnen uns die Augen für die Merkwürdigkeit der Kalkkögel, die als halbverwitterter, zerfurchter Rest eines alten Meeresbodens auf den vergleichsweise jungen, sich „rasch“ aufwerfenden Zentralalpen picken geblieben sind.

Beiträge der Bücherei und ein Portrait der Keramikerin Silvia Defant runden den kulturellen Teil ab. Elisabeth Lindner gibt uns Gesundheitstipps.

Die zweite positive Sensation dieses Sommers ist die Ankündigung einer MPreis-Filiale im Ort, die bis Jahresende aufmachen soll. Wie viele fehlgeschlagene Initiativen hat es gebraucht, bis es dazu kam! Die entscheidende Überzeugungsarbeit bei der Firma MPreis leisteten Adi Praxmarer, Sieghard Larl und Reinhold Fagschlunger. Wir schildern das geplante Geschäftsmodell, das die Vorzüge eines Greißlers mit jenen eines Diskonters unter ein Dach bringen soll. Die Gemeinde unterstützt das Projekt durch eine Starthilfe an die Firma MPreis.

Ablehnend steht die ULG zu einer massiven Förderung des Golfprojektes aus öffentlichen Mitteln. Mit der Gründung einer Feriendörfer Golf Gesellschaft haben es die privaten Initiatoren und künftigen Nutzniesser des Projekts geschafft, das finanzielle Risiko der Umweltverträglichkeitsprüfung fast zur Gänze auf die öffentliche Hand abzuwälzen. Dabei werden die Gemeinden in eine unwürdige Abhängigkeit gezwungen. Überdies will sich der Bürgermeister den sofort fälligen Beitrag ausleihen. Bei wem, will er nicht sagen. Die ULG hat sich natürlich dagegen verwehrt, wurde aber, wie beinahe schon gewohnt, überstimmt. Die ULG will es nicht hinnehmen, das Projekt in einem solchen Ausmaß zu fördern, dass es mindestens 15 Jahre dauern wird, bis sich dieser Golfplatz für die Gemeinde finanziell bezahlt macht. Ganz zu schweigen von dem Verlust, der im Fall eines Scheiterns der Umweltverträglichkeitsprüfung eintritt. Falls aber die Betriebsgenehmigungen erteilt werden, dann müssen sich die Gemeinden aus der Gesellschaft zurückziehen. Rechtzeitig bevor ein warmer Geldregen von 1 Million Euro aus den öffentlichen Mitteln des Tourismusverbandes auf die dann weitgehend private Finanzierungsgesellschaft niedergeht!

Viel Freude am gemischten Programm wünscht Euch das Redaktionsteam!

— Redaktion

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