Erste Nationalratswahl für 16- und 17-Jährige

· September 2008

Gedanken zur Wahl von Simon Jetzinger

Es reicht! Mit diesen Worten beendete ÖVP-Vizekanzler Wilhelm Molterer die 18 Monate währende Koalition zwischen seiner Partei und der SPÖ. Über die jetzt bevorstehende Neuwahl ist man in Österreich wohl geteilter Meinung.

Wird die Neuwahl etwas Wesentliches verändern oder sind die Fronten im österreichischen Parlament schon zu verhärtet?

Das erste Mal wählen

Ein Novum wird die Nationalratswahl in jedem Fall bringen: 16- und 17-Jährige sind zum ersten Mal wahlberechtigt. Es drängt sich jetzt die Frage auf, ob im jugendlichen Alter überhaupt ein Interesse an Politik besteht.

Interesse ist vorhanden

Tatsächlich gibt es eine große Anzahl an Jugendlichen, die trotz ihres jungen Alters nicht nur an Politik interessiert, sondern auch engagiert sind, nimmt man zum Beispiel die Jugendorganisationen, die fast alle Parteien in Österreich haben, her. Auch an AHS-Schulen gibt es sogenannte Plattformen für politische Bildung wie zum Beispiel am Akademischen Gymnasium Innsbruck, wo etwa vor der Tiroler Landtagswahl eine Podiumsdiskussion mit Vertretern der kandidierenden Parteien stattfand.

Oder doch nicht?

Andere Jugendliche interessieren sich andererseits (noch) nicht für Politik und verfügen über kein fundiertes Grundwissen, wenn eine Wahl ansteht. Ein Nachteil für die Herabsetzung des Mindestwahlalters sind nicht nur die gerade die gerade genannten Jugendliche, die dann eben doch zur Wahl gehen und leicht manipuliert werden können, sei es von Eltern oder den jeweiligen Spitzenkandidaten. Generell sind Jugendliche noch etwas leichtgläubig und über politisch Vergangenes nicht immer informiert. Dadurch kann ein Wahlergebnis natürlich ein wenig verfälscht werden.

Zielgruppe

Ein großer Vorteil von “Wählen ab 16” ist hingegen, dass Jugendliche von Politikern ernst genommen werden müssen, weil sie erstmals eine wirkliche Zielgruppe darstellen. Es wird Jugendlichen auch ermöglicht, eine Verantwortung zu tragen und mit ihren Stimmen Einfluss nehmen zu können.

Richtig wählen gehen

Es ist also ratsam, sein Wahlrecht auch als 16- und 17-Jähriger wahrzunehmen. Allerdings sollte man sich vorher genug Informationen beschaffen, damit man genau weiß, neben welchen Namen man sein Kreuzerl am 28.September setzt.

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