Die Feriendörfer Golf GmbH - ein Fass ohne Boden?
Ausgabe Nr. 11 · September 2007
Die ULG will kein Gemeindegeld verschwenden!
Die „Feriendörfer Golf“-Gesellschaft besteht aus Gemeinden und der Privatperson Josef Holzknecht. Sie alle bringen in die Gesellschaft Kapital ein: einen Teil davon als verlorenen Zuschuss und einen Teil als so genanntes Stammkapital. Die Höhe des eingebrachten Stammkapitals bestimmt das Stimmgewicht der einzelnen Gesellschaftsmitglieder. Der verlorene Zuschuss schlägt sich im Stimmgewicht nicht nieder.
| Gesellschafter | verlorener Zuschuss (1) | Stammkapital (2) | (1) + (2) |
|---|---|---|---|
| Axams | 16.000 (42%) | 24.000 (39%) | 40.000 (40%) |
| Grinzens | 12.000 (32%) | 18.000 (29%) | 30.000 (30%) |
| Götzens | 4.000 (10,5%) | 6.000 (10%) | 10.000 (10%) |
| Mutters | 4.000 (10,5%) | 6.000 (10%) | 10.000 (10%) |
| Birgitz | 2.000 (5%) | 3.000 (5%) | 5.000 (5%) |
| Holzknecht | 0 | 4.500 (7%) | 4.500 (5%) |
| Summe | 38.000 (100%) | 61.500 (100%) | 99.500 (100%) |
Zu Geschäftsführern der Gesellschaft sind der Axamer BM Rudolf Nagl und Josef Holzknecht bestimmt. Bis zur Erteilung der behördlichen Bewilligungen zur Errichtung des Golfplatzes führen sie die Geschäfte gegen Aufwandsentschädigung.
Die Gesellschaft soll vorerst die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) beantragen und finanzieren. Die Kosten dieser Prüfung sind mit € 160.000,— veranschlagt. Nachzahlungen für Mehrkosten von 25% sind bereits beschlossen; für Grinzens also weitere € 7.500,—, sodass auf Grinzens in Summe € 37.500,— entfallen. Bei positivem Ausgang der UVP verpflichtet der Gesellschaftsvertrag die Gemeinden dazu, mindestens 75% ihrer Gesellschaftsanteile an Josef Holzknecht ohne jeglichen Gewinn oder auch nur einer Kapitalverzinsung zu verkaufen. Bei negativem Ausgang hingegen verlieren die Gesellschafter, also zu 93% die Gemeinden, ihre Investitionen vollständig!
Für Grinzens bedeutet dies, dass es zwischen € 30.000,— und € 37.500,— zur Finanzierung der UVP aufbringt. Bei positivem Ausgang der UVP erhält Grinzens zwischen € 13.500,— und € 18.000,— zurück. Der Rest ist also jedenfalls verloren. Bei negativem Ausgang verliert Grinzens bis zu € 37.500,—.
Es ist zu befürchten, dass darüber hinaus noch weitere große finanzielle Belastungen auf Grinzens zukommen werden. Die € 37.500,— werden nicht die letzten sein. Allfällige Einnahmen werden frühestens in Jahrzehnten die Ausgaben abdecken.
Die € 37.500,— hat Grinzens noch gar nicht. Für die sofort fälligen Zahlungen muss daher ein Kredit aufgenommen werden und die nachfolgenden Generationen werden wieder einmal belastet. Der Bürgermeister hat den Kredit schon aufgenommen, will aber nicht einmal sagen, bei wem.
Grinzens am Nasenring
Mit der
Gründung dieser Gesellschaft sind die beteiligten Gemeinden in einer Einbahnstraße, aus der es, so das offensichtliche Kalkül, kein Entrinnen gibt. Sie haben investiert und tragen bis zur eventuellen Erteilung der Betriebsgenehmigung das gesamte Risiko. Glaubt allen Ernstes jemand, dass Grinzens sich aus dieser schwachen Position im Zuge des Raumordnungsverfahrens etwa mit einer Forderung nach Spazierwegen oder nach Rücksichtnahme auf zukünftige Dorfentwicklung noch durchsetzen kann? Vielmehr wird es sich allen weiteren Bedingungen durch den Projektentwickler fügen müssen. Grinzens muss sich nun wahrlich bedingungslos am Nasenring führen lassen! Vor diesem Hintergrund einer unverrückbaren Festlegung verblassen alle Agenda-21-Bemühungen zu bloßen Lippenbekenntnissen und verkommen zur Beschäftigungstherapie.
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