Die ULG hält auch den Druck von 24 Gemeinderäten aus

· September 2007

Das neue Golfplatzprojekt zwischen Grinzens und Axams steht vor der Umweltverträglichkeitsprüfung. Grinzens übernimmt mit einem Drittel seines heurigen freien Budgets Kosten und Risiko des privaten Initiators. Hauptnutznießer des geplanten Golfplatzes werden laut Initiator und Tourismusobmann die Touristen und Einwohner der Stadt Innsbruck sein.

Was bisher geschah …

Symbolbild Golfplatz GrinzensVor zwei Jahren scheiterte das erste Golfplatzprojekt in Grinzens am Rückzug eines Grundeigentümers und massiven Widerstand der Bevölkerung: über 300 Grinzner GemeindebürgerInnen – das entspricht einem Drittel der Wahlberechtigten – sprachen sich mit ihrer Unterschrift gegen diesen Golfplatz1 aus.

2006 fasste die Gemeinde den einstimmigen Grundsatzbeschluss, ein geändertes Projekt prinzipiell gut zu heißen. Jetzt steht für das entprechende Nachfolgeprojekt auf Grinzner und Axamer Gemeindegebiet die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) an. Der private Initiator Josef Holzknecht scheut das damit verbundene finanzielle Risiko. Deshalb beschloss der Planungsverband, „die Bürgermeisterkonferenz“, des westlichen Mittelgebirges, Anfang August 2007, Kosten und Risiko für sämtliche Prüfungen zu übernehmen und dafür eine „Feriendörfer Golf GmbH“ zu gründen.

Diesem Vorschlag des Planungsverbandes sollten die Gemeinden des westlichen Mittelgebirges zustimmen; im August, mitten in der Urlaubszeit, waren Axams und Grinzens an der Reihe: Bürgermeister Rudolf Nagl trat mit Gemeinderat zur Doppelsitzung mit Grinzens an. Zu Beginn dieser Sitzung führte er aus, wie man im westlichen Mittelgebirge auf den jetzigen Standort für einen Golfplatz kam: sämtliche anderen Gemeinden über Mutters, Natters, Götzens und Birgitz hatten abgewunken. Anschließend stellte Initiator Josef Holzknecht die aktuelle Planvariante vor. Als Ziele der Golfsportanlage nannte er neben der Bedienung einer „boomenden Trendsportart“ „unseren Beitrag, Infrastruktur für Innsbrucker und Tiroler zu schaffen“. Denn „wir sind ja schließlich auch froh, wenn wir die Infrastruktur in Innsbruck nutzen können.“ Sein Anliegen sei es, „für die Region positiv was beizutragen“.

Danach wies DI Sailer (Raumordnung Land Tirol, Verfasser der Golfplatz-Errichtungsrichtlinien des Landes Tirol aus dem Jahr 2004), auf einige mögliche Hürden (u.a. Lärmbelastung für Anrainer, Naturschutz, Umwidmung von Grünzonen) hin. Der Innsbrucker TVB-Obmann Klingan beschwor den Golfplatz für seine Touristen („Ohne Golfplatz können Sie keine Touristen holen!“).

Noch mehr Kosten für Grinzens?

Wortmeldungen der ULG zu Kosten und Nutzen für Grinzens, Interessenskonflikten (Gemeinden als Antragssteller und entscheidende Behörde) beantworteten die Bürgermeister Nagl und Gasser mit ausweichenden Antworten (Gasser: „Ich hoffe schon, dass keine weiteren Kosten auf Grinzens zukommen – aber wenn’s der Gemeinderat beschließt …“).

Die ULG betonte auch weiterhin nicht grundsätzlich gegen den Golfplatz zu sein. Sie kann aber nicht zustimmen, dass die Gemeinde Grinzens Entwicklungskosten des privaten Initiators übernimmt. Der Beschluss wurde mit 17:0 auf Axamer und 7:6 auf Grinzner Seite gefasst.

Wie geht’s nun weiter?

Die Feriendörfer Golf GmbH bringt den UVP-Antrag ein. Dieses und weitere Verfahren werden ca. 1 1/2 Jahre in Anspruch nehmen. Deren Ausgänge entscheiden darüber, ob dieser Golfplatz errichtet wird.

Weiterführende Dokumente

Plan Golfplatz Axams-Grinzens
Plan des Golfplatzprojektes

Verträge, Protokolle, Beschlüsse, Ladungen:

1

— Redaktion

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