Hausverstand zählt zuerst

· April 2009

Ein Jahr hat der Arbeitskreis recherchiert, diskutiert und gerechnet.

Schnell umsetzbar und bezahlbar sollte sie werden – die Nachmittagsbetreuung für die Kinder in Grinzens. Und jetzt kann es nicht neu, groß und modern genug sein – Zeit und Geld scheinen keine Rolle mehr zu spielen.

Baugrund: nicht vorhanden. Dann pachten wir eben, sagt der Bürgermeister.

Planung: nicht vorhanden. Dann veranstalten wir eben einen Architektenwettbewerb und kriegen eine Planung umsonst, so hört man.

Zeitplan: nicht vorhanden. Denn wir wissen ja noch gar nicht, was wir wirklich wollen, sagt der Vizebürgermeister Charly Jansenberger in der letzten Sitzung des Gemeinderats.

Die Heimatliste weiß zwar nicht, was sie will, scheint aber dafür umso genauer zu wissen, was sie nicht will:

Nicht: Den erklärten Wunsch der Kinder und vieler Eltern nach einer zeitnahen Lösung umzusetzen.

Nicht: Die Fördergelder, die jetzt noch zur Verfügung stehen, aber bereits zu einem großen Teil beim Land ausgeschöpft sind, abzurufen.

Die Heimatliste will lieber die sprichwörtliche Taube auf dem Dach, als noch dieses Jahr den Spatz auf dem Sportplatz.

Und bis dahin?

Ist der Kindergarten weiterhin zu klein. Improvisieren Eltern eben weiterhin bei der Betreuung ihrer Kinder und sind froh, wenn Omas, Opas, Nachbarn und Freunde einspringen.

Der Hausverstand

Man muss ja kein großer Prophet sein, um abschätzen zu können, wie es mit der Kinderbetreuung in Grinzens nun weiter gehen wird – ein bißchen Hausverstand reicht dazu völlig aus:

  1. Grinzens wird die 233.000 € von Land und Bund nicht bekommen.
    Fakt ist: Man bekommt das Geld nicht einfach ausgezahlt und kann dieses dann jahrelang auf dem Konto liegen lassen, bis man weiß, was man will. Es werden Ausgaben vom Land übernommen, die Träger für ein konkretes Projekt bereits in diesem Jahr getätigt hat.
  2. Grinzens wird auch im nächsten Jahr keine Millionen vom Land erwarten können, um das versprochene Haus der Kinder bauen zu können.
    Fakt ist: Das Land hat in einem Gespräch mit Bürgermeister Toni Bucher und AK-Leiterin Burgi Kofler am 20.03.2009 klipp und klar deutlich gemacht, dass in den nächsten Jahren Landesmittel in dieser Größenordnung für Grinzens nicht zur Verfügung stehen werden.

Liebe Heimatliste: Auch in Wahlkampfzeiten zählt zuerst der Hausverstand!

— Stefan Krüger

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