Im Gespräch mit Sieghard Larl
Interview · März 2009
Der SENDERSWIND im Gespräch mit dem Obmann der Sendersbühne und Gemeinderat Sieghard Larl über sein Verhältnis zu Andreas Hofer, die Begeisterung bei der Tiroler- Freiheit und den Vorwurf, die Unabhängige Liste würde Entscheidungen in Grinzens verhindern.
Sieghard, heute ist der 200. Todestag von Andreas Hofer – berührt Dich das?
Ja, mich als Tiroler berührt das natürlich. Es ist die Geschichte unserer Vorfahren und der Versuch, sich hier in Geschehenes hineinzuversetzten, berührt einen schon. Aber die Zeiten haben sich ja geändert – oder?
Die Sendersbühne hat mit der „TirolerFreiheit“ vorletztes Jahr einen Riesenerfolg gehabt…

- Sieghard Larl, Jg. 1965
verheiratet - 3 Kinder
Key Account Manager
bei Barilla WASA
Gründungsmitglied und
Obmann der Senders-
bühne
Gemeinderat
Richtig, wir konnten mit dem Erfolg der TirolerFreiheit an jenen Erfolg der Passion anschließen. Die Herausforderung bei der „Freiheit“ war aber sicher, den Freiheitskampf und auch die Figur des Ander Hofer einmal aus einem anderen Licht zu zeigen. Es galt, den Figuren etwas Menschliches zu geben und etwas Neues zu wagen: Beispiel… Hardrock Band. Das war nicht ganz ungefährlich, weil der Ander in den meisten Köpfen als unantastbar gesehen wird.
Über 140 Grinziger 16-mal auf eine Bühne zu bringen, ist doch nicht ganz einfach, oder?
Doch, das war eigentlich das Einfachste an dem ganzen Vorhaben. Auf Grund des großen Erfolges, den wir mit der Passion im Jahr zuvor hatten, hatte ich hier schon das Vertrauen der Mitwirkenden auf meiner Seite. Nun galt es nur noch, die Begeisterung für dieses Projekt, die man ja selber hat, auf die Anderen zu übertragen. Dann sind die Mühen, die jeder, der bei dieser Produktion dabei sein wollte, zu erbringen hatte, nur noch zweitrangig.
Sieghard, Du bist in Deinem Beruf voll eingespannt und leitest als Obmann die Sendersbühne. Aus welchem Grund wird man dann auch noch Gemeinderat?
Ich war mit der Gesamtsituation der Politik von Grinzens nicht zufrieden. Von einigen in Grinzens hört man, die ULG spaltet und streitet nur, leistet aber nichts. Bei der letzten Gemeinderatswahl im Jahr 2004 haben uns fast 50% der Grinzigerinnen und Grinziger gewählt! Wenn man so will, war also nahezu die Hälfte der Grinziger Bevölkerung mit der Situation unzufrieden.
Dass in einem Gemeinderat unterschiedliche Meinungen zu wichtigen Punkten aufeinander treffen und diskutiert werden müssen, war und ist für mich ganz klar. Denn das ist ja schließlich die Plattform dafür, und es ist die Aufgabe eines jeden Gemeinderats: Im Gespräch die beste Lösung für die Gemeinde zu finden. Ich kann alle Grinziger/innen nur ganz herzlich zur nächsten Gemeinderatssitzung einladen und hoffe, jeder macht sich vor Ort sein eigenes Bild. Wir sind nur 6 Gemeinderäte von der Unabhängigen Liste Grinzens – 6 von 13. Wir können nichts verhindern und natürlich auch nichts blockieren.
Die Frage müsste doch vielmehr lauten: Was leisten die 7 Gemeinderäte der Heimatliste?
Wenn ich da nur einmal das Beispiel Gehsteig erwähnen darf: Auf Antrag der ULG kam das Projekt in den Gemeinderat und der damalige Bürgermeister Karl Gasser versprach uns mehr als ein Jahr lang, einen ordentlichen Plan vorzulegen – als Grundlage für eine weitergehende Diskussion und zur Findung einer optimalen Lösung. Nach mehrmaligen Anfragen der ULG erhielten wir eine handgezeichnete Skizze des Bürgermeisters.
Ohne weitere Diskussion wurde diese dann mit den 7 Stimmen der Heimatliste beschlossen. Seit drei Jahren werden nun im Budget Gelder dafür bereitgelegt – gebaut wurde bis heute nichts! Auf die Frage, wo nun die budgetierten Gelder, und wir sprechen hier von weit über € 100.000,—, der letzten Jahre geblieben sind, erhielten wir vom Bürgermeister bis heute keine Antwort. Die Gelder wurden jedoch nicht – wie üblich bei solchen Vorhaben – in einer Rückstellung bereitgehalten, sondern versickerten wohl jedes Jahr zweckentfremdet in den Ausgaben!
Die letzte GR-Sitzung war ja ziemlich turbulent, wie man hört?
Nein, find ich nicht. Der einzige, turbulente Punkt auf der Tagesordnung war das Budget für das Jahr 2009. Wir erhielten vom Bürgermeister verschiedene Budgetvorschläge, die teilweise bis zu € 200.000,— von einander abwichen! Leider konnte uns der Bürgermeister keine Auskunft über diese Unterschiede geben. Wir versuchten noch, die Abstimmung dieses Punktes bis zur Klärung der offenen Fragen zu vertagen, jedoch hat die Heimatliste mit ihren 7 Stimmen dies verhindert und das Budget beschlossen.
Was würdest Du in Grinzens ändern wollen, wenn Du es könntest?
Ich würde mir wünschen, dass es im Gemeinderat mehr Transparenz, mehr Miteinander geben würde, dass man auch die Meinung der Anderen guten Willens anhört und dass die bessere Idee dann auch einmal wirklich in die Tat umgesetzt wird, egal von wem sie kommt.
Wo steht – aus Deiner persönlichen Sicht – Grinzens in 5 Jahren?
Die richtungsweisenden Entscheidungen werden in den kommenden 2–3 Jahren getroffen, denn wie wir alle wissen: 2010 werden die Karten neu gemischt.
Sieghard, herzlichen Dank.
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