Klimabündnisgemeinde Grinzens

· April 2007

Logo Klimabündnis Tirol Das Klimabündnis (siehe auch Senderswind Nr. 9 ) hat zum Ziel, dem Treibhauseffekt auf lokaler Ebene von Gemeinden mit direkter Bürgerbeteiligung entgegen zu steuern.
Klimabündnisgemeinden streben eine Verminderung ihrer Kohlendioxid-Emissionen – der Hauptursache des
Treibhauseffektes – an. Dies wird vor allem durch Energiesparen, gesteigerte Energieeffizienz und Nutzung erneuerbarer Energien erreicht.

Grinzens hat in der Gemeinderatssitung vom 2. April 2007 den Beschluss gefasst, sowohl Klimabündnisgemeinde zu werden als auch der Lokalen Agenda 21 beizutreten1.

Nur wenn alle GrinzerInnen möglichst breit eingebunden werden, und alle – sowohl Gemeindeführung als auch BürgerInnen – gemeinsam ihren Beitrag im Rahmen ihrer Möglichkeiten leisten, kann es gelingen, diese Mitgliedschaft mit Leben zu erfüllen und tatsächlich positive Wirkungen auf unseren Lebensraum und unseren Umgang mit der Umwelt zu erreichen.

Beitrag der Gemeinde

Information und Bewusstseinsbildung

Nach dem Beitrittsbeschluss im Gemeinderat sollte die
Gemeinde alle Grinzner GemeindebürgerInnen dazu einladen,
sich umfassend über das Klimabündnis zu informieren.
Auftakt könnten hierzu Einführungsvorträge sein, welche die neue Leiterin des Klimabündnisses Tirol, Frau Mag. Anna Schwerzler, zusammen mit Hans Kandler (Entwicklungspolitischer Referent im Klimabündnis Österreich, Alternativ-Nobelpreisträger) anbieten, um das Klimabündnis in allen Details vorzustellen.

Der Tiroler Dachverband des Klimabündnisses Tirol unterstützt die Gemeinde auch bei der Erarbeitung von konkreten Aktionen im Bereich „Information und Bewusstseinsbildung“, z.B.:

Förderprogramme

Sowohl im unmittelbaren Entscheidungsbereich der Gemeinde als auch über Fördermaßnahmen für GemeindebürgerInnen kann Grinzens Vorbildfunktion übernehmen und steuernd wirken, z.B. durch:

Auch wenn Grinzens keine großen Förderbeträge in die Hand nehmen kann, so setzt die Gemeinde zumindest ein Zeichen, dass ihr gelebter Klimaschutz am Herzen liegt.

Raumplanung

Ganz eng an obige Fördermaßnahmen schließt die Raumplanung an, die man als langfristiges Engagement und Verpflichtung der Gemeinde für den Klimaschutz sehen kann. Hier muss sich die Gemeinde Fragen stellen, wie:

Fragen, die unmittelbar in den Bereich „Dorfentwicklung“ führen, der aufgrund seiner Wichtigkeit in einem gesonderten Beitrag beleuchtet wird.

Beitrag jedes Einzelnen

Sich zu informieren, seinen Lebensstil zu überdenken und Bereiche zu identifizieren, wo man unter geringen Einbußen an Komfort seinen persönlichen Energieverbrauch senken kann. Das sollte das Idealziel verantwortungsbewussten Handelns sein.

Dies betrifft sowohl viele Kleinigkeiten des Alltages

als auch kostspielige Entscheidungen wie

Ein wichtiger Aspekt dabei ist auch die Einbindung unserer Kinder und Jugendlichen in die Thematik. Sensibilisierung, frühzeitige Aufklärung über Zusammenhänge der Klimaveränderung und idealerweise bereits bei den Kleinen eine Änderung von kleinen Verhaltensweisen – kleine Schritte sind wichtig und bewirken
eine Änderung in der Einstellung, die später auch große Entscheidungen beeinflusst.

Das Klimabündnis bietet eine Fülle von Informationen und Unterstützung auch für jeden Einzelnen an, die wir
nutzen sollten (z.B. einen CO2-Rechner zur Optimierung des eigenen Energieverbrauchs).

Natürlich soll und wird auch die Gemeinde mit gutem Beispiel voran gehen. Der Beitritt zum Klimabündnis an sich ist ohne folgende konkrete Maßnahmen zwecklos. Wir alle können und sollen uns dadurch einen Anstoß geben und uns aufraffen, mehr
Verantwortung für eine intakte Umwelt zu übernehmen und diese in unseren tagtäglichen Handlungen auch spürbar werden zu lassen.

Also packen wir’s an und lassen die „Klimaschutz-Hex“ vom diesjährigen unsinnigen Donnerstag nicht alleine! Wir haben als 30. von 279 Tiroler Gemeinden immer noch eine Vorreiterrolle, die wir auch durchaus stolz vertreten dürfen.

Welchen Weg Grinzens schlussendlich einschlägt – wichtig ist, dass Grinzens zum Einen aktiv wird und zum Anderen dies von der Bevölkerung mitgetragen wird.

CO2 TemperaturGrafik: CO2-Gehalt in der Atmosphäre und Temperaturänderungen während der letzten 160 tausend Jahre. Historische Kohlendioxiddaten stammen aus antarktischen Eisbohrkernen.
Quelle: UN-Klimabeirat, Intergovernmental Panel on Climate Change

1 Nach einem ersten Informationsvortrag „Klimabündnis Tirol“ in der Jännersitzung des Gemeinderates hat der Grinzner Gemeinderat in der darauf folgenden Sitzung vom 22. Februar 2007 den Beschluss zwar vertagt. Doch zeigten sich sämtliche Mandatare weiterhin vom Nutzen eines Beitrittes zum
Klimabündnis überzeugt. Der Umweltausschuss stellte zur Diskussion anstatt oder auch zusätzlich zum Klimabündnis der „Lokalen Agenda 21“ beizutreten (siehe auch Interview mit Franz Hauser, Bürgermeister der – bisher – einzigen Tiroler „Doppelgemeinde“ Schwendau, die sowohl dem Klimabündnis als auch in der „Lokalen Agenda 21“ in Projekten mitarbeitet). Ziele sind in beiden Netzwerken sehr ähnlich; es werden nur unterschiedliche Maßnahmen und Schwerpunkte in Organisation und Kommunikation gesetzt: Lokale Agenda 21: Nachhaltigkeit“, Klimabündnis. „Klimaschutz“.

— Redaktion

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