miniM: Lichtblick für ländlichen Raum?

· November 2007

Im Oktober 2007 schreibt das Bezirksblatt Hall über das miniM-Konzept:

TULFES (lad). Ein bemerkenswertes Konzept, das der oft kritisierten „infrastrukturellen Ausdünnung des ländlichen Raumes“ entgegenwirkt, wurde in Tulfes verwirklicht. Der Tulfer und Mpreis-Mitarbeiter Hannes Angerer entwickelte ein miniM-Shopkonzept. Der Tulfer Prototyp mit ca. 80 m2 wurde im Februar dieses Jahres eröffnet. Nach Überarbeitung des Konzeptes sollen noch heuer drei Testgeschäfte ihre Pforten öffnen. Geplant ist ein größerer Standort in Tulfes, einer in Grinzens und in Ladis.

Angepasstes Konzept

Auf 150 m2 bieten die drei Testtypen des weiterentwickelten Prototypen ca. 2.500 Artikel an. Angefangen vom Waschmittel über Kosmetika, Obst, Gemüse, Lebensmittel usw. ist ein Vollsortiment zu den üblichen Mpreis-Konditionen, Aktionen inklusive, erhältlich. „Nicht nur die Nähe ist ausschlaggebend für den Kunden, auch das Preis-Leistungsverhältnis spielt eine große Rolle“, so Angerer. Die personalintensive Wurst- und Käseabteilung gibt es nicht, man muss mit abgepackten Waren vorlieb nehmen.

Mietzuschüsse von Gemeinden

Hannes Angerer über seine Motivation: „Ein Dorf wie Tulfes ist mit 1.500 Einwohner einfach zu klein für einen Mpreis. Aber Nahversorger sind sehr wichtig. Deshalb liegt mir das Projekt sehr am Herzen.“

Allerdings braucht der Nahversorger Unterstützung seitens der Gemeinde, so auch in Tulfes. Wie auch beim früher ansässigen Nah&Frisch-Markt gewährt die Gemeinde einen Mietzuschuss. Ein Wermutstropfen für Bgm. Josef Gatt, der sehr vom MiniM angetan ist: „Um diesen MiniM bin ich sehr froh. Die allgemeine Entwicklung, dass der ländliche Raum immer mehr unter Zugzwang gerät, finde ich bedenklich. Wir müssen Zuschüsse geben, damit wir überhaupt noch die notwendigsten Einrichtungen halten können.“

Mpreis – eine Tiroler Erfolgsgeschichte
Das Familienunternehmen hat das Kunststück geschafft, in Tirol als einziges Bundesland Marktführer vor REWE (Billa, Merkur) und SPAR zu sein. Man betreibt 150 Filialen, beschäftigt 4.000 Mitarbeiter und erwirtschaftet ca. 500 Millionen Euro Umsatz.

— Bezirksblatt Hall

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