Müllgebühren und Abfallverwertung
Ausgabe Nr. 10 · April 2007
Die Höhe der Müllgebühren sorgt immer wieder für Murren. Doch mit ein wenig Mühe beim Abfallsammeln, kann jede Person nicht nur zur Verringerung ihres eigenen kostenpflichtigen Restmüllaufkommens beitragen, sondern auch die Entsorgungskosten pro Tonne Restmüll senken. Wie das geht? Wenn durch Auftrennung möglichst viel von unserem Abfall wieder verwertbar wird, dann bringt dieser Rohstoff der Gemeinde Einnahmen, die zur Finanzierung der Müllentsorgung verwendet werden dürfen.
Rohstoffe, die Bares hereinspielen, sind Papier, Karton, Glas und Metall. In manchen Bundesländern auch Kunststoffe, die bei fachgerechter Verbrennung wenigstens Verbrennungswärme liefern. (Kunststoffabfall wird bei der Verbrennung von Restmüll vielfach als Brennstoff beigemengt, um den Restmüll überhaupt brennbar zu machen.) Fachgerecht verbrennen heißt unter anderem bei Temperaturen von 1500 – 2000 Grad Celsius. Nur dann werden die Kunststoffe vollständig in ungiftige oder auswaschbare Abgase verbrannt. Das gelingt natürlich im eigenen Ofen nie und nimmer. Wer kunststoffbeschichtete Getränkekartons („Tetrapacks“) zuhause verheizt, verpestet seine und seiner Nachbarn Luft mit teilweise extremen Giften, wie Dioxin.
Das Sammeln von Papier, Karton und Glas bringt nur dann Einnahmen, wenn das Sammelgut nicht durch Fremdstoffe verunreinigt ist, die eine teure Nachsortierung notwendig machen. Eine Nachsortierung frisst unter Umständen den Erlös nicht nur auf, sondern kann die Gemeinde sogar noch zu Zahlungen verpflichten. So sollten Karton und Papier voneinander getrennt gesammelt werden. Altpapier wird durch Kartonbeimengung unbrauchbar. Daher gehört ein zweifelhaftes Stück vorsichtshalber zum Karton. Beschichtete Papierverpackungen (z.B. Tiefkühlkost) oder Zellophan gehören zum Kunststoffabfall und nicht zum Papier oder Karton. Unbrauchbar wird eine Containerladung Altpapier schon durch relativ geringfügige Beimengung an Servietten, Taschentüchern oder Haushaltspapier. Diese Papiersorten haben Zusätze, die sie reißfest machen und dadurch eine Aufbereitung zum Altpapier unmöglich machen. Nicht einmal den Kartonabfällen sollen sie beigemengt werden. Daher: Servietten, Haushaltspapier und Taschentücher bitte in den Restmüll!
Beim Glas ist Weißglas deutlich mehr wert als Buntglas. Sobald aber ein Weißglascontainer mit einer Buntglasflasche verunreinigt ist, gilt seine Füllung als Buntglas. Daher bitte sorgsam trennen! Keramikbruch oder Glühbirnen entwerten eine Altglasladung leider auch.
Während die meisten Fehler bei der Mülltrennung aus Unwissenheit geschehen, gibt es leider auch mutwillige Fehlwürfe. Biomüll im Altglas oder Restmüll im Altpapier, das kommt schon gelegentlich vor. Wer glaubt sich auf diese Weise ein paar Euro Müllgebühr zu ersparen, soll sich fragen, ob diese Ersparnis nicht teuer erkauft ist. Sollen wirklich andere meinen Müll auseinanderklauben? Keine schöne Vorstellung!
Die Redaktion dankt Sabine Kapferer für ihre sachkundige Beratung beim Verfassen dieses Aufsatzes.
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