Nimm autofrei – Fahr Rad!

· September 2007

Autofreier Tag in Grinzens am 22. September

Das Rad war die größte Erfindung der Menschen, bis sie sich dahinter setzten.

Wenige werden dem Auto tatsächlich solch negative Auswirkungen zuschreiben. Doch steckt nicht zumindest ein Korn Wahrheit in diesem Zitat?

Fahr Rad!Der europaweite Autofreie Tag bietet Gelegenheit, unser eigenes, liebgewonnenes Mobilitätsverhalten kritisch zu hinterfragen. Wir alle beklagen uns über die Begleiterscheinungen des zunehmenden Autoverkehrs. Lärm, Abgase, Gefährdung unserer Kinder müssen wir für die Annehmlichkeiten und Notwendigkeiten des Automobilverkehrs in Kauf nehmen. – Müssen wir?

Gemeinsam mit über 70 weiteren Tiroler Gemeinden, dem Land Tirol, den großen Verkehrsunternehmen sowie Klimabündnis Tirol ruft Grinzens heuer zur Teilnahme am Autofreien Tag auf. Ein Anstoß, einmal anders „mobil“ zu werden – ob mit dem Rad, zu Fuß, per Bus oder Bahn. Informationsmaterialien (u. a. Postwurfsendung an jeden Haushalt), Gratis-Radwerkstätten, Fahrrad-Codierung durch den ÖAMTC und Schulinitiativen sind ein kleiner Auszug aus dem Angebot der Gemeinden.

Das Land Tirol hat für das westliche Mittelgebirge zu Beginn dieses Jahres ein Verkehrskonzept erstellt. Ein Ergebnis war, dass mehr als Hälfte aller Wege, die wir tagtäglich zurücklegen, kürzer als 5 km ist. Und eine Schlussfolgerung der Verkehrsexperten daraus lautete, dass gerade diese Kurzstrecken sich besonders für Radfahrer eignen – auch in Grinzens. Die Vorteile liegen auf der Hand: Radfahrerinnen sind schnell unterwegs und müssen keinen Parkplatz suchen. Außerdem fallen keine Spritkosten an, diese sind ja gerade auf Kurzstrecken besonders hoch. Gleichzeitig wirkt sich Radfahren positiv auf Gesundheit und Fitness aus und leistet einen wichtigen Beitrag zur Verringerung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Nicht zuletzt tragen Radfahrer zum Klimaschutz bei.
Und dann ist Fahrradfahren höchst kommunikativ: viel eher hält man an für einen kurzen „Hoangoart“, als wenn in geschlossener Blechdose durch den Ort gerauscht wird.

Skeptiker könnten einwenden, Grinzens wäre zum Radfahren viel zu steil und nur in der Freizeit für Mountainbiker und Rennradfahrer geeignet. Tatsächlich werden nur trainierte Wadl die Strecken aus dem Bachl oder zum Sportplatz ohne allzu großen Schweißfluss bewältigen. Doch das restliche Straßennetz in Untergrinzens, Seite, Anger und Neder und die Verbindungen nach Axams unweiter ins westliche Mittelgebirge halten die Verkehrsexperten des Landes für erradelbar. Ein Selbsttest der Senderswind-Redaktion bestätigte deren Urteil.
Also dann – am 22. September wäre Gelegenheit, Grinzens und Umgebung auf zwei Rädern zu er-fahren!

— Redaktion

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