Toni Bucher wird als Waldaufseher karenziert

· September 2008

Auf der Tagesordnung der Sitzung vom 11.09.2008 fanden sich die Punkte “Beschluss über Karrenzierung des Waldaufsehers von Grinzens bis zum Frühjahr 2010” und “Beschluss über Einstellung einer Vertretung des karrenzierten Waldaufsehers”.

Warum eine Karenzierung?

War Toni Bucher bei seiner Wahl noch der Meinung, Bürgermeister und Waldaufseher zeitlich unter einen Hut zu bekommen, so musste er nun doch einsehen, dass das Amt des Bürgermeisters mehr Aufwand bedeutet. Aber anstatt deshalb die Stelle als Waldaufseher aufzugeben, ließ er sich vom Gemeinderat karenzieren. Seine Begründung: Er könne nicht sicher damit rechnen, nach der Wahl 2010 weiterhin Bürgermeister zu sein.

Da frage ich mich: Wer kann sich in der Privatwirtschaft für 1 1/2 Jahre karenzieren lassen, um einen anderen Beruf auszuüben? Niemand! Das hält viele durchaus geeignete Personen davon ab, für ein politisches Amt zu kandidieren. Durch diesen Beschluss wurde dem Bürgermeister ein nicht zu verkennender Vorteil gegenüber möglichen Gegenkandidaten geschaffen, auch innerhalb seiner eigenen Fraktion.

Einigen mag es bei der Bürgermeisterwahl im Gemeinderat schon sonderbar vorgekommen sein, dass Toni Bucher keine Unvereinbarkeit seiner Tätigkeiten als Bürgermeister und Waldaufseher sah, obwohl er dadurch zu seinem eigenen Chef wurde. Jetzt ließ er sich von seinen Parteikollegen auch noch eine Jobgarantie geben. Einem solchen Postenschacher kann die ULG nicht zustimmen, somit wurde die Karenzierung mit 7:6 von der Heimatliste beschlossen.

Warum keine Ausschreibung?

Stellen im öffentlichen Dienst, wie die des Waldaufsehers, müssen ausgeschrieben werden. Durch die Karenzierung wurde es allerdings zu einer Vertretungsstelle, die keiner Ausschreibung bedarf. Um ein korrektes Vorgehen zu gewährleisten werden Karenzstellen in vielen anderen öffentlichen Bereichen trotzdem ausgeschrieben, auch wenn es das Gesetz hierfür nicht explizit vorsieht. Doch der Bürgermeister hat sich bereits auf eine Vertretung festgelegt. Dabei gäbe es auch in Grinzens Interessenten. Und selbst wenn sich nur ein Bewerber auf eine Ausschreibung fände, würde man zumindest das Bemühen um Transparenz und Korrektheit deutlich machen.

Abstimmung verschoben

Nach ULG-Kritik über die fehlende Ausschreibung hat der Bürgermeister die Abstimmung über die Einstellung einer Karenzvertretung auf die nächste Sitzung verschoben, um sein Vorgehen prüfen zu lassen. Da seine Karenzierung mit sofortiger Wirkung eingetreten ist, hat Grinzens nun bis zur nächsten Gemeinderatssitzung keinen Waldaufseher. Die ULG wird sich aber hierfür nicht den schwarzen Peter zuschieben lassen. Denn eine rechtzeitige Ausschreibung der Stelle hätte eine nahtlose Nachfolge ermöglicht.

— Florian Wegscheider, Gemeinderat

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