Unkenruf, der elfte

· Juni 2008

WirschtseeunkeKalt ist es, der Wasserstand ist wieder nur mäßig, die Kaulquappen marschieren schon und … schau! Da fliegt ein Ball daher, uff … fast hätte er mich erwischt. Kein harter, kleiner, weißer Ball, der gleich untergeht … dieses Mal war es ein großer, aus Leder, der schwimmt und ein paar schwarze Flecken auf dem weißen Untergrund hat. Und Stimmen höre ich von überall her: von Süden, Norden, Osten …. schwer verständlich sind sie, aber lustig klingen sie. Überhaupt die blau-gelben Wikinger, na die können vielleicht feiern! Sie kommen vom Natterer See herüber und haben aus meinem MiniM auch gleich das gesamte “Skol” aufgekauft. Macht nichts, ich hätte die vielen Dosen eh nicht bis zu meinem Teich herunter tragen können.

In den Stauden versteckt sich die Fliegerabwehr, damit die Jets von den Monarchen und Oligarchen nicht wieder in die Axamer Strommasten fliegen. Überall, wo man hinschaut, gibt’s Fanmeilen und Autos mit Flaggen. Na, da ist was los!

Apropos Stauden: Knapp vor der Invasion aus aller Herren Länder habt Ihr Euch noch schnell entscheiden müssen. Der eine hat plakatiert, dass der Wahlkampf ohnehin noch früh genug kommt, der andere hat verlangt, dass für ein gerechtes Tirol alle aus den Stauden sollen. Der Dritte ist auf der Maschin’ voll ins Out gefahren, die Vierten haben statt schwarzen Mauern sich selbst eingerissen und der Letzte hat überhaupt so getan, als wäre er der Einzige, der Tirol die Treue hält. Naja, das Ergebnis war dann doch für viele ernüchternd. Es wäre einiges möglich gewesen und doch haben sich wieder die gleichen zusammengefunden. Behauptet wird ja, das sei die Koalition der Verlierer. Wir werden es schon sehen … Immerhin ist der Minster aus Wien gekommen und wird schon alles richten. Und viele der großen Verlierer haben sich als Sesselkleber enttarnt. Ob ihnen das gut tun wird?

Von wegen Sesselkleber! Das gibt es bei Euch in Grinzens nicht. Euer Boss ist freiwillig gegangen und gibt jetzt alles in erfahrene Hände. Wir werden sehen, ob der Neue jetzt in seiner neuen Funktion versöhnlicher wird und auch so viel weiterbringt wie der Alte.

Gehört habe ich auch, dass die ULG im Gemeinderat vorgeschlagen hat, ein Wochenende gemeinsam auf Klausur zu fahren. Ein Neutraler hätte ihnen allen etwas beibringen sollen, wie man miteinander disktutiert und so … Mediation nennt man das anscheinend. Der alte Boss wäre schon fast dafür gewesen, bis der Neue erklärt hat: “Des war ja no schianer, wenn ma danach lei mehr 1 Fraktion warn.” Ob er sich mit dieser Meldung selbst etwas Gutes getan hat? Und ich habe immer geglaubt, es wäre ganz gut, wenn alle – egal ob Frösche oder Unken – miteinander reden könnten. Nach diesem Angebot der ULG wird man sie wohl nicht mehr so leicht ‚Streithanseln‘ nennen dürfen.

Aber jetzt ist es doch wieder heiß geworden, meine Güte! Ich seh schon das Gewitter heranziehen. Endlich frisches Wasser, das bei uns bleibt und nicht wieder gratis den Berg hinunterrinnt.

— Eure Wirschtseeunke

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