Unterrichten und Lernen in Afrika

· December 2006

Der Gedanke, nach der Matura einige Monate im Ausland zu leben und dort zu arbeiten, beschäftigte mich schon längere Zeit. Ich wusste von den „Don Bosco Schwestern“ in Stams und deren Organisation VIDES, die Arbeitseinsätze im Ausland organisiert. Nach längerer Vorbereitung war es dann im November 2005 soweit. Meine Freundin und ich flogen zuerst nach Südafrika, wo wir 2 Monate in einem Hotel in den Drakensbergen arbeiteten. Vieles blieb uns von diesen Monaten in lebendiger Erinnerung: die atemberaubende Schönheit der Natur, die Menschen, aber auch die großen Probleme, mit denen Südafrika zu kämpfen hat.

Im Jänner 2006 reisten wir dann nach Dar es Salaam, Tansania, wo unsere 6-monatige freiwillige Mitarbeit in einer Schule und einem Jugendzentrum begann.

Tansania gehört zu Ostafrika, und grenzt im Norden an Kenya und Uganda, im Osten an den Indischen Ozean, im Süden an Mozambique, Malawi und Zambia, und im Westen an die Demokrati-sche Republik Kongo. Tansania ist 12 mal so groß wie Österreich, und hat rund 33 Mio. Einwohner. Die Hauptstadt Tansanias, Dodoma, liegt im Landesinneren; Dar es Salaam hat sich aber in den letzten Jahren zum wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Zentrum entwickelt.

Tansania ist eines der an Rohstoffen reichsten Länder Afrikas. Die Schönheit des Landes lockt immer mehr Touristen in das ostafrikanische Land. Gegenden wie der Viktoriasee, der Mount Kilimanjaro und die Serengeti (Nationalpark) klingen nach Abenteuer und Exotik. Trotzdem gelingt es dem Großteil der Bevölkerung kaum, die Spirale der Armut zu durchbrechen. Große Mängel in der medizinischen Grundversorgung, Analphabetismus, schlechte Schulbildung und ein Mangel an Infrastruktur führen dazu, dass Tansania eines der ärmsten Länder der Welt ist. Die Hälfte der Menschen lebt unter der Armutsgrenze, 10 % der Erwachsenen leiden an Aids; auch Malaria stellt eine große gesundheitliche Gefahr dar. Was so nüchtern aufgezählt wird, betrifft immer einzelne Menschen und Schicksale, und das hat uns besonders berührt und aufgerüttelt. Wir haben Familien kennen gelernt, in denen beide Elternteile gestorben sind, und Halbwüchsige die Erziehung der kleineren Geschwister in Alleinverantwortung übernehmen mussten.

Unsere Aufgabe im Jugendcenter der Schwestern:
In einem Armenviertel der Stadt leiten die Don Bosco Schwestern ein großes Jugendzentrum, in dem über 400 Kinder ein- und ausgehen. Zu diesem Zentrum gehören ein Kindergarten, eine Volksschule für Kinder von 7 bis 13 Jahren und eine „Technical School“ für Mädchen. An Wochenenden gibt es zusätzlich immer das so genannte „Oratory“. Diese Zusammenkünfte sind von allen Kinder heiß geliebt, denn das ist die Zeit des Spielens. Jeweils 2 bis 3 Stunden am Samstag und auch am Sonntag können sich die Kinder und Jugendlichen im Zentrum treffen. Sie spielen Volleyball, Fußball, Basketball, Völkerball oder Verstecken. Alles, was Kinder eben am liebsten tun.

Eine unserer Hauptaufgaben war es, die Mädchen der Technical School (Nähschule) in Englisch zu unterrichten. Neben Englisch und Nähpraxis und auch Nähtheorie wurden aber auch viele andere Fächer, wie die Landessprache Swahili, Ethik, Lebenskunde (HIV/Aids-Aufklärung, …), Musik, Turnen und Computer unterrichtet. Diese Technical School steht vor allem jenen Mädchen offen, deren Familien es an finanziellen Mittel für eine höhere Schule mangelt. Für diese Nähschule werden ganz dringend neue Nähmaschinen benötigt, denn nur so kann eine Produktionswerkstatt für die Schule geschaffen werden.
Mit einer solchen Werkstatt könnte sich die Schule einerseits selbst erhalten und andererseits für eine praktische Berufsausbildung der Schülerinnen sorgen. So würden sich für viele Mädchen und Frauen Chancen auf einen Arbeitsplatz auftun.

Wir konnten uns von der Sinnhaftigkeit und Wichtigkeit der Arbeit der Schwestern in diesem Schulprojekt selbst überzeugen und sind beeindruckt davon, was diese Frauen tagtäglich leisten. Auch wir sind beschenkt worden! Durch die Zufriedenheit und den Lebensmut der Menschen in Tansania, den sie sich trotz aller Schwierigkeiten nicht nehmen lassen.

Es ist uns ein großes Anliegen diese Arbeit der Schwestern finanziell zu unterstützen. Bei unserem Vortrag am Samstag, 2. 12. 2006, im Gemeindesaal Grinzens haben wir die Idee des Spendenkontos für die Nähschule vorgestellt. Wir bitten um eure Solidarität und Unterstützung.

Kontonummer: 30.167.597, BLZ.: 36.209
Bitte unter Verwendungszweck „Spendenkonto für Tansania“ angeben. Diese Aktion läuft bis Ende des Jahres. Dann wird das Sparbuch den Don Bosco Schwestern in Stams ausgehändigt, die das Geld nach Tansania weiterleiten.

Vielen Dank für eure Solidarität,

— Katharina Jetzinger

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